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Social Media Aktion: GenderPayGap Lücke schließen!

Social Media Aktion: GenderPayGap Lücke schließen!

Liebe Kolleginnen,

der Europäische Gewerkschaftsbund bittet kurzfristig um geballte Unterstützung der Gewerkschaftsfrauen europaweit, um den Forderungen nach einer EU-Entgelttransparenzrichtlinie Nachdruck zu verleihen. Der EGB kritisiert, dass sich der Gender Pay Gap EU-weit nicht vor 2104 schließt, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden – in Deutschland müssten Frauen sogar bis 2121, also noch 101 Jahre auf Entgeltgleichheit warten!

So läuft die Aktion ab:

Um den politischen Druck auf die Kommission zu erhöhen, ruft der EGB zu einer Mitmachaktion auf Social Media (v.a. Twitter) auf. Macht von euch und euren Kolleginnen Fotos/Selfies mit der angehängten Botschaft “Wir werden nicht noch 101 Jahre auf gleiche Bezahlung warten” und postet diese zeitnah in den sozialen Medien / v.a. auf Twitter. Bitte nutzt dabei den Hashtag #PayTransparency und nehmt @vonderleyen und @helenadalli in eure Tweets auf.  

Christina hat schon mal ein Beispielfoto gemacht:

Beispielfoto Christina Beispielfoto
  1. Druckt euch das PDF „EGB_GenderPayGap_SoMe-Aktion“ aus,
  2. macht ein Foto von euch und
  3. teilt es bei Twitter – oder schickt euer Foto an flora.antoniazzi@dgb.de, damit es über den Twitter-Kanal der DGB Frauen geteilt werden kann (wie hier: https://twitter.com/DGB_Frauen/status/1314207552335355907).

Hintergrund zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie:

Die von Ursula von der Leyen und ihrer Kommission für 2020 versprochene EU-Entgelttransparenzrichtlinie wurde verschoben und es ist unsicher, wann sie nunmehr veröffentlicht wird.

Der EGB hat daraufhin in einem Brief an von der Leyen seine Besorgnis erklärt  und eine Pressemeldung veröffentlicht: https://www.etuc.org/en/pressrelease/eu-gender-pay-gap-wont-end-until-2104-without-action

Hierin kritisiert der EGB, dass sich der Gender Pay Gap EU-weit nicht vor 2104 schließt, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Eurostat-Daten zeigen, dass die EU-weite Entgeltlücke sich um nur ein Prozent in den letzten acht Jahren verringert hat; was bei gleichbleibendem Trend bedeutet, dass Frauen im EU-Durchschnitt noch 84 Jahre warten müssen bis sie die gleiche Bezahlung erhalten.

Ohne verbindliche Entgeltgleichheitsmaßnahmen, um diesen Trend schleunigst zu ändern, würde laut EGB außerdem :

  • Die Entgeltlücke in 9 Mitgliedsstaaten weiter steigen,
  • Frauen in Deutschland und Tschechien müssten bis 2121 auf Entgeltgleichheit warten, d.h. noch über 100 Jahre,  während sich die Lücke in Frankreich so langsam schließt  (0.1% seit 2010), dass es dort sogar über 1000 Jahre dauern würde.    

Vor diesem Hintergrund ist der EGB sehr besorgt, dass die Europäische Kommission die Veröffentlichung der angekündigten Entgeltrichtlinie vom 4. November (europaweiter Equal Pay Day) auf den 15. Dezember 2020 verschoben hat und die ganze Initiative in Zweifel stellt - mit der Bemerkung “to be confirmed” (muss noch bestätigt werden).

Außerdem wurde in der Ansprache zur Lage der Union von Ursula von der Leyen am 16. September 2020 verbindliche Entgelttransparenz mit keiner Silbe erwähnt, obwohl sie bei ihrer Wahl zur EU-Kommissionspräsidentin versprochen hatte, dieses Thema in den ersten 100 Tagen ihrer Präsidentschaft anzugehen. Dieses Ziel hat sie klar verfehlt.

In seinem Brief an Ursula von der Leyen erfragt der EGB die Gründe für die Verschiebung der Richtlinie und forderte eine  Zusicherung ein, dass die Richtlinie sehr zeitnah auf den Weg gebracht wird.

EGB-Vize Esther Lynch ermahnte die Kommissionspräsidentin, die Gleichstellungskommissarin Helena Dalli zu unterstützen und die Entgelttransparenzmaßnahmen ganz oben auf die Agenda zu setzen, um hier endlich Fortschritte in Richtung Gleichstellung zu machen. Sie sagte die volle Unterstützung der Gewerkschaften zu, sich für Frauen stark zu machen.

Hier der Link der EGB-Resolution für eine EU-Entgelttransparenzrichtlinie (2019): https://www.etuc.org/en/document/etuc-resolution-gender-pay-transparency-directive und der Link zum Flyer: https://www.etuc.org/en/publication/gender-pay-gap-end-secrecy